Montag, 11. September 2017

Eine Autofahrt mit Baby und Kleinkind – von Herausforderungen,Selbstzweifeln und Mama-Selbstliebe



Baby schläft im Maxi Cosi
Ich bin ja tendenziell immer sehr selbstkritisch und hinterfrage alles, was ich so tue – auch und gerade in meinem Mama-Leben… Das ist einerseits manchmal ganz hilfreich, weil ich dadurch immer wieder dazulerne, Gewohnheiten kritisch hinterfrage und neue Dinge ausprobiere. Andererseits ist das auch oft ganz schön anstrengend.. und „falsch“ machen kann man ja als Mama so eine ganze Menge…Da ist die tolle Blogparade zur #mompositivity der lieben Sarah vonLotte & Lieke ein toller Anlass, das Ganze doch auch mal wieder von der positiven Seite zu sehen und anzuerkennen, was eigentlich bei uns im Alltag ganz gut läuft, bzw. was ich als Mama eigentlich gar nicht so schlecht mache…  Zum Beispiel auf unserer letzten Autofahrt mit Baby und Kleinkind zu den Schwiegereltern:


Eine unbequeme Autofahrt mit Mama-Selbstzweifeln – und #mompositivity-Momenten

Die Fahrt zu meinen Schwiegereltern dauert je nach Verkehr ca. 2-3 Stunden – ideal für einen Wochenendausflug: Am Samstag während des Mittagsschlafes hin, am Sonntag wieder während des Mittagsschlafes oder Abends zurück. Klingt einfach, ist es sicher für viele (Eltern) auch – da unsere Kinder aber beide nicht weder gerne Auto fahren noch leicht einschlafen, und wir ja tendenziell immer auf ihre Bedürfnisse eingehen und es in unserem Familienalltag immer möglichst entspannt halten wollen, ist das Ganze für uns immer mit so einigen Herausforderungen verbunden.

1. Herausforderung: Was nehmen wir mit?

Wollen eure Kleinkinder auch immer ALLES mitnehmen? Bei unserer Tochter ist das im Moment echt ganz schlimm. Neben sämtlichen Kuscheltieren und Kuschelkissen müssten am liebsten auch noch alle ihre kleinen Autos, Kochutensilien, Bücher und natürlich der heiß geliebte Werkzeug- bzw. Bastelkoffer (samt Inhalt) mit.
 Zusätzlich zu dem halben Hausstand, den man als Kleinfamilie zu einem 1,5-tägigen Wochenendtrip ja sowieso schon mitschleppt, ist das ein ganz schönes Packchaos. Durch die ganze Aufregung sind die kleinkindlichen Nerven ohnehin schon nicht die stabilsten, und jeder Versuch unsererseits, zumindest den „nicht so wichtigen“ Krimskrams ein wenig zu reduzieren, endet in ausdauernden Heulkrämpfen.
In solchen Situationen meldet sie sich bei mir ganz besonders gerne, die gute alte Mama-Unsicherheit: Ach, lassen wir ihr doch das Spielzeug, wenn sie es so gerne möchte… Aber warum braucht sie denn überhaupt so viel? Ist das nicht Ausdruck irgendeiner frühkindlichen Bindungsproblematik? Aber wir können ihr doch nicht alles durchgehen lassen… Und wenn wir was von dem ganzen Kram verlieren, ist sowieso Holland in Not… Warum haben wir eigentlich überhaupt so viele Spielsachen?!
Eine Autofahrt mit Baby und Kleinkind – von Herausforderungen,Selbstzweifeln und Mama-SelbstliebeUnd mit diesen und ähnlichen Selbstzweifeln könnte ich noch ewig weitermachen… Oder ich lege einfach mal den Schalter um auf #mompositivity und sehe das Ganze zur Abwechslung mal positiv: Mein Kind hat das Glück, reichlich Bücher und Spielsachen zur Verfügung zu haben. Ein paar dieser Gegenstände geben ihr Halt in der nicht so vertrauten Umgebung bei den Großeltern – und bei anderen erklären wir ihr, warum wir nicht alles mitnehmen können und wollen – und geben unser Bestes, sie in ihrer Wut und Trauer zu begleiten… Und eigentlich machen wir das ganz gut 😊.

2. Herausforderung: Der Weg zum Auto

Die für einen so kurzen Ausflug durch das ja doch einigermaßen zivilisierte Deutschland immer noch beachtliche Menge an Kram muss nun irgendwie zum Auto verfrachtet werden. Das geht am besten, wenn ich das Baby ins Manduca nehme, die Große in den Buggy kommt (an und unter dem wir noch diverse Beutel, Kissen und Taschen unterbringen) und der Papa die großen Taschen und Rücksäcke trägt – so die Erwachsenenlogik.
Denn es kann ja schließlich nicht sein, dass der Babybruder von Mama getragen wird, während die Große in den Buggy kommt! Und auch auf Papas Arm geht gar nicht – es muss schon Mamas Arm sein… Erneuter Heulkrampf, diesmal im Treppenhaus.
 
Und mit dem Gedanken an einige meiner sagen wir mal konservativeren Nachbarn kommt sie auch schon wieder, meine Mama-Unsicherheit: Kann ich nicht doch beide Kinder irgendwie auf dem Arm tragen? Aber mit kaputtem Rücken kann ich ja überhaupt niemanden mehr tragen… Sind die Kinder nicht sowieso zu verwöhnt durch die ganze Tragerei? So werden sie doch nie selbstständig… Und der ganze Lärm hier im Treppenhaus, noch dazu in der Mittagszeit…
Stopp: Denn auch dieses Gedankenkarussel könnte ich auch genauso gut in positiver Richtung drehen: Ich trage meine Kinder, wann immer es mir möglich ist – das Baby sowieso, und auch die Große habe ich lange getragen und nehme sie jetzt noch wenn möglich und nötig auf den Arm. Und auch wenn ich es in dieser Situation nicht tue, darf sie gerne zum Papa auf den Arm. Im Treppenhaus bemühen wir uns wirklich immer, leise zu sein, sind außerdem ja auch das ganze Wochenende weg – und was die Nachbarn über unserer Erziehung denken.. Tja nun, jede Familie ist anders, jedes Kind ist anders – wir geben alle unser Bestes, und eigentlich machen wir das doch ganz gut😊.

3. Herausforderung: Snacken auf der Autofahrt – ja oder nein?

Irgendwie haben wir es alle ins Auto geschafft. Ich natürlich hinten, eingequetscht zwischen den Kindersitzen und diversen Beutelchen und Rücksäcken. Während der Papa noch so mit dem samstäglichen Stadtverkehr und ich mit diversen Muskelkrämpfen und aufsteigender Reiseübelkeit zu kämpfen haben, verlangt die Tochter etwas zu essen.
Zack, nächster Gewissenskonflikt für mich. Denn natürlich habe ich in weiser Voraussicht mit Ökobio-Apfelschnitzen und Knäckebrot für genau solche Situationen vorgesorgt. Sind nur vermutlich in irgendeiner der diversen Tüten in meinem Fußraum, und meine Muskelkrämpfe verstärken sich schon beim Gedanken an die bevorstehende Suchaktion… Außerdem haben wir ja eigentlich gerade Mittag gegessen… Ständiges Essen ist ja sowieso nicht so gesund… Und überhaupt die ganzen Krümel im Auto hätte es ja bei meiner Nachbarn damals auch nicht gegeben…
Eine Autofahrt mit Baby und Kleinkind – von Herausforderungen,Selbstzweifeln und Mama-SelbstliebeAber hey, stopp, ich wollte es doch positiv sehen. Denn eigentlich machen wir das doch ganz gut😊: Meine Tochter musste beim Mittagsessen nicht aufessen, ich möchte ich ihrem eigenen Hungergefühl vertrauen – und überhaupt, wir reden ja jetzt nicht von Fett-und Zuckertriefenden Schokoriegeln, sondern von Vollkornknäckebrot und liebevoll geschnittenen Öko-Bio-Apfelschnitzen, und auf die ich eigentlich gerade selbst Appetit hätte 😉.

4. Herausforderung: das Einschlafen

Mittlerweile wird nun auch das Baby zunehmend unruhig und quengelig. Mein halbherziger Versuch, in mit Liedchen und Fingerspiel bei Laune zu halten, wird von der großen Schwester kategorisch unterbunden – ob das jetzt ihrem guten Musikgeschmack oder schnöder Eifersucht geschuldet ist, lassen mal dahingestellt.  Also unauffällig Babys Händchen halten (mit der anderen Hand halte ich ja noch die Knäckebrotdose..) und Schnuller rein.
 Auch die Tochter wird, nachdem d der große Knäckebrothunger einigermaßen gestillt ist, wird die Tochter wieder zunehmende quengelig – es wird dringend Zeit für ein Mittagsschläfchen. Das sieht sie natürlich ganz anders und möchte, dass ich ihr etwas vorlese. Hm… Eigentlich ist mir immer noch ziemlich übel, und beim Vorlesen wird sie auch garantiert nicht einschlafen… außerdem ist das Lieblingsbuch natürlich bei der Suche nach den Snacks noch weiter nach unten-hinten gewandert…
Und erst das arme vernachlässigte Baby! Warum habe ich denn überhaupt zwei Kinder, wenn ich nicht beiden gerecht werden kann? Der Schnuller, der ist ja auch nur so ne Ersatzbefriedigung, ganz schlecht für die Zähne ja sowieso – über das spätere Abgewöhnen will ich gar nicht erst nachdenken, das war mit der Großen ja auch so ein Drama… Und überhaupt, den Kleinen so lange in der Babyschale, das ist ja auch gar nicht gut für den Rücken und so…
Ach nein, stimmt ja, das Thema war ja #mompositivity: Immerhin handelt es sich ja nur um eine 2,5-stündige Autofahrt, und  sitze ich trotz Reiseübelkeit und Muskelkrämpfen hinten bei den Kindern, halte Händchen, sie können mich sehen und hören – und eigentlich mache ich das doch ganz gut 😊.

Eine Autofahrt mit Baby und Kleinkind – von Herausforderungen,Selbstzweifeln und Mama-SelbstliebeFazit: Einfach mal positiv sehen!

Puh, die beiden sind tatsächlich eingeschlafen! Zeit für ein kleines Fazit: Das Leben mit kleinen Kindern ist manchmal gar nicht so einfach. Es gibt in jeder Situation diverse Handlungsmöglichkeiten. Als Eltern kann man sich da ganz leicht verunsichern oder fertig machen (lassen) – oder es einfach mal positiv sehen. Denn schließlich lieben wir unsere Kinder und tun für sie in jeder Situation das Beste, was wir in dem Moment eben können – und eigentlich machen wir das doch ganz gut 😊.


Wie ist das bei euch? In welchen Situationen möchtet ihr euch und euer Leben mit Kindern einfach mal positiv(er) sehen? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!



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