Mittwoch, 5. Juli 2017

#WMDEDGT – Schlafmangel-Edition. Oder: Müde durch den Mama-Alltag



Mama ist müde. Mein Schlafmangel-AlltagKennt ihr das auch, dass sich der Kopf wie Watte anfühlt, man ins Leere starrt und das Kindergekreische um einen herum zu einem Rauschen verschwimmt, während der gesamte Körper und vor allem die Augenlider ganz schwer werden und plötzlich Orte wie Sandkasten, Matten beim Kinderturnen oder auch der Boden im Keller vor der Waschmaschine plötzlich wie gemütliche Schlafplätze erscheinen? Meistens zum Glück keine Anzeichen, dass Mama oder Papa langsam verrückt wird, sondern schlicht und einfach Müdigkeit, herbeigeführt durch Schlafmangel. Verursacht wird der elterliche Schlafmangel üblicherweise dadurch, dass das Baby und / oder Kind nicht einschläft, durchschläft - oder auch gerne mal in Kombination. Wie so vieles im Leben mit Kindern tritt auch dieser extreme Schlafmangel oftmals in Phasen an mehreren Tagen, bzw. Nächten, hintereinander auf. Und was macht Mama an solchen Tagen, wenn sie nicht gerade vom Schlafen an ungewöhnlichen Orten phantasiert? Richtig, bei Frau Brüllens Linkup-Aktion#WMDEDGT mitmachen und das Ganze für euch dokumentieren 😉.

Schlaflos durch die Nacht. Oder: Gründe für die Mama-Müdigkeit

Eigentlich schläft mein Baby mit seinen fast 5 Monaten gar nicht sooo schlecht. Es war definitiv schon mal besser, aber im Moment möchte er nachts so alle 2 bis 5 Stunden gestillt werden und schläft danach meist auch relativ schnell wieder ein. Die große Herausforderung für mich ist es, um diese Stillzeiten herum möglichst viel Schlaf zu bekommen. Deshalb darf ich während der Wachphasen AUF KEINEN FALL:


Tja, was soll ich sagen, in der letzten Nacht konnte ich alle diese Tipps erfolgreich beherzigen. Allerdings erst um 6 Uhr morgens. Davor habe ich teils stillend, teils wach, teils im Halbschlaf vor mich hinvegetiert. Dementsprechend bin ich wie gerädert, als morgens um 7 Uhr ein ebenfalls müder Papa und quietschfideles Kleinkind vor meinem Bett stehen. Der Papa verschwindet erstmal unter der Dusche, während ich versuche, meine Tochter davon abzuhalten, ihren Bruder bei ihren überschwänglichen Kuschelversuchen zu erdrücken oder zu ersticken. Zum Glück lässt er das alles wie üblich großzügig über sich ergehen – ER ist ja auch ausgeschlafen…

Müde durch den Mama-Alltag. Wie ich trotz Schlafmangel durch den Tag kommeMüde durch den Vormittag. Oder: Schlafen, wenn das Baby schläft?!

Bei mir dagegen hilft nur der Mamaliebe-Hormoncocktail, ausgelöst durch meine kuschelnden Kinder, um Kopf und Körper mühsam in Funktionsmodus zu zwingen. Denn jetzt heißt es, nur keinen Fehler machen, wenn ich die Große ohne Wutanfall Richtung Kita bugsieren möchte:

  1. Kleidung auswählen: Da meine Tochter das An- undAusziehen von Kleidungsstücken aller Art grundsätzlich verabscheut, ist hier Sensibilität gefragt. Am besten gehen wenige Auswahlmöglichkeiten zwischen einfachen Kleidungsstücke in den Lieblingsfarbtönen.
  2. Badezimmer: Auch Zähneputzen, Haare bürsten und Katzenwäsche mit dem Waschlappen sind Wutanfalltechnisch das reinste Minenfeld. Hier gilt es, feinfühlig den Drahtseilakt meistern zwischen „Ich kann das schon (alleine).“ und „Mama soll das machen“. Natürlich erinnert sich mein schlafbenebeltes Gehirn nicht daran, welche Tätigkeit in welche Kategorie gehört, geschweige denn, ob das Lieblingszopfband jetzt das Lilafarbene oder das Pinke ist – ist aber auch gar nicht nötig, denn das wechselt ohnehin mindestens einmal täglich. Nebenbei schaffe ich es noch, mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen. Damit bin ich bereit für das dritte Schwierigkeitslevel:
  3. Die letzten Schritte: Jetzt „nur“ noch inklusive Lieblingskuscheltieren in den Fahrradanhänger bugsieren, damit der Papa sie zur Kita auf dem Betriebsgelände mitnehmen kann. Dabei bloß nicht in die Küche gehen bzw. das Wort Küche benutzen oder auch nur denken. Denn für das wutanfallträchtige Feld der Nahrungsaufnahme habe ich heute weder Zeit noch Energie, und in der Kita bekommt sie ja gleich Frühstück.

Puh, geschafft. Gemeinsam mit meinen Adrenalinlevel gehen auch meine Augenlider nach unten. Aber mein Baby ist ja auch noch da und möchte gewickelt und gestillt werden. Und wo ich schon mal halbwegs wach bin, kann ich ja noch schnell frühstücken, duschen, eine Wäsche anstellen und etwas aufräumen, während mein Baby wahlweise in seiner TrippTrapp-Schale, auf seiner Krabbeldecke oder auf meinem Arm zunehmend unzufrieden vor sich hinquakt und -zappelt.

Müde durch den Mama-Alltag. Wie ich trotz Schlafmangel durch den Tag kommeEigentlich könnte ich mich ja jetzt auch etwas hinlegen und schlafen, wenn das Baby schläft, wie es so schön gebetsmühlenartig in diversen Erziehungsratgebern, Blogs und Internetforen propagiert wird. Ich lege mich also stillenderweise mit Baby ins Bett. Klappt super, mein Baby schläft nach kurzer Zeit ein, ich docke ihn ab und robbe vorsichtig Richtung meine Betthälfte. So gemütlich! Meine Augen werden schwerer und schwerer, während ich laaannngsam…

„Greureureu!“

Zack, und mein Baby ist wieder wach – hat ja immerhin auch ganze 30 Minuten Powernap gehalten. Ich versuche es der Reihe nach mit Ignorieren, Fönapp, Schnuller, Fingernuckelnlassen. Nein, der Kleine ist definitiv wach und möchte gewickelt und bespaßt werden.

Müde durch die Mittagszeit. Oder Mittagsschlaf – von wegen!

Mittlerweile ist es auch schon Mittag, und so langsam wird es Zeit, mir etwas zu essen zu machen und mich und mein Baby fertig zu machen, um die Große von der Kita abzuholen. Wie in Trance taumele ich durch die Wohnung, packe hier etwas ein, vergesse dort, was ich eigentlich aus dem Zimmer holen wollte… und lande irgendwie immer wieder im Schlafzimmer. Was mir mein Unterbewusstsein wohl damit sagen möchte?!

Irgendwie schaffe ich es, Trinkflasche, Knäckebrot und Apfelschnitze für meine Tochter einzupacken. Außerdem noch Ersatzkleidung und Turnschläppchen – denn heute ist Kinderturnen. Könnte ich natürlich auch heute mal drauf verzichten, weil ich so müde bin. Aber der Nachmittag mit den beiden Kindern muss ja doch irgendwie ausgefüllt werden, und meine Tochter liebt das Turnen so sehr, und es ist das letzte Mal vor der Sommerpause… Also Augen zu auf und durch.

Irgendwie muss ich in einen Sekundenschlaf gefallen sein, denn ehe ich michs versehe, stehe ich angezogen und mit Baby im Tragetuch an der Tür. Aber irgendwas war da doch noch… Ach ja richtig, die Wäsche war ja noch in der Waschmaschine und sollte aufgehängt werden. Ups, und mein Baby wickeln und stillen besser auch noch, damit der Kleine bis zum Kinderturnen durchhält…

Müde durch den Nachmittag

Als mir in der Kita meine freudestrahlende Tochter in die Arme rennt, bekomme ich durch die Ausschüttung von Liebeshormonen genug Energie für die Fahrt zum Turnen - der Fahrradanhänger ist echt ganz schön schwer. Gut, dass den bei unseren (bisher wenig erfolgreichen) Fahrradtouren mein Mann zieht...

Die Bewegung an der frischen Luft tut ein Übriges, um mich fast vollständig munter zu machen. Mit diesem neuen Energieschub überstehe ich sogar den anfänglichen Singkreis inklusive Bewegungsspielen und -liedern. Der Trick bei sowas ist ja immer, nicht über die Absurdität der Texte nachzudenken und nur zu beobachten, wie süß die Kinder dabei abgehen 😉.

Dann geht es an die Geräte. Wie immer ist für die Kinder ein abwechslungsreicher Parcours zum
Klettern, Rutschen und Balancieren aus Kästen und Matten aufgebaut. Als mein Kleinkind hoch motiviert auf die Turngeräte zustürzt, werde ich von einem erneuten Energieschub wachgehalten. Während der Babysohn im Tragetuch schläft und die Tochter wie aufgezogen herumklettert, schaffe ich es sogar noch, mich mit den befreundeten Müttern auszutauschen. Worüber? Keine Ahnung, ich hoffe aber mal, dass mein Gehirn auf Autopilot den üblichen Mami-Smalltalk abgespult hat…

Mama-Alltag mit Schlafmangel. Meine ErfahrungenDann wird das Spiel der Tochter zunehmend ruhiger, sie fährt auf einem kleinen Rollwagen herum, und auch mein Energielevel sinkt wieder. Die Lärm aus Kindergeschrei, Elternsmalltalk und Bewegungsliedern verschwimmt zu einem undefinierbaren Rauschen. Und die Matte da vorne, direkt hinter dem Kasten, erscheint mir plötzlich total gemütlich…

Doch schon ist die freie Spielzeit und damit mein Sekundenschlaf wieder vorbei und es gibt noch ein paar Abschlussspiele. Der erneute Energieschub durch das Fahrradfahren reicht hoffentlich noch aus für das Abendprogramm mit Mann und Kindern. Und dann ist ja „schon“ in 3 Stunden Schlafenszeit - die nächste Nacht kann ja nur besser werden 😉?!


Und was macht ihr so in extremen Schlafmangel-Phasen? Habt ihr Tipps möglichst viel Elternschlaf? Oder gegen große Müdigkeit?
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