Samstag, 8. Juli 2017

Entspannte Familienmahlzeiten?! Teil 1: Survival-Guide für entspanntes Essen mit Baby

Entspannte Familienmahlzeiten Teil 1Bevor ich Kinder bekam, habe ich mir über das Thema Familienmahlzeiten nie so wirklich Gedanken gemacht. Natürlich sollte es leckeres und gesundes Essen geben und beim Essen ohne Zwang und vor allem entspannt zugehen… Der Rest, sprich gesundes Essverhalten und Tischmanieren, würden sich dann schon irgendwie ergeben. Haha! Bereits in den ersten Wochen mit meinemHigh-Need-Baby wurde aus den entspannten Familienmahlzeiten ein hastiges Herunterschlingen von irgendwas nicht Blähendem, während ich beschallt von weißem Rauschen mit Baby im Tragetuch um den Tisch herumschaukelte. In der Beikostzeit landete das Essen meist überall außer in unseren Mägen. Und jetzt inmitten der Autonomiephase sind wir froh, wenn wir ohne Wutanfall oder 27x aufstehen und irgendwas holen zur Wutanfallvermeidung durch eine Mahlzeit kommen… Deshalb habe ich mal einen kleinen Survival-Guide für entspannte Familienmahlzeiten erstellt. Hier im ersten Teil geht es erstmal um entspanntes Essen mit Baby – den zweiten Teil zum entspannten Essen mit Kleinkindern und der Einführung ersterTischmanieren findet ihr hier 😉.


Entspannt essen mit Baby im Säuglingsalter

Dein Baby schläft friedlich in seinem Bettchen oder gurrt zufrieden unter seinem Spielebogen vor sich hin, während du in Ruhe eine gesunde Mahlzeit zubereitest, den (natürlich mit jahreszeitangemessener Deko versehenen) Tisch deckst und die Mahlzeit gemütlich verspeist? Tja, dann brauchst du hier nicht weiter zu lesen – vielleicht magst du ja weiter springen zu einem Ausblick auf die Kleinkindzeit im nächsten Abschnitt 😉?
So kommt auch Mama mal zum Essen

Für alle anderen ein (schwacher) Trost: Ihr seid nicht allein! Bei meinen beiden Kindern war und ist es im Babyalter grundsätzlich so, dass sie das Kochen noch (im Zweifelsfalle im Tragetuch, aber immerhin) irgendwie mitmachen, aber spätestens dann ebenfalls Hunger anmelden, wenn das Essen gerade auf dem Teller kalt wird und der elterliche Magen knurrt…

Wie man trotzdem noch halbwegs entspannt zum Essen kommt? Hier einige Tipps:

Baby einbeziehen

Je nach Unzufriedenheitslevel des Babys können die folgenden Maßnahmen die entspannte schnelle Mahlzeit retten:

  1. Baby beim Essen zuschauen lassen:  Beim ersten Kind haben wir noch mit einer Wippe herumhantiert, die wir teilweise zwecks Sichtoptimierung sogar auf den Küchentisch gestellt haben. Beim zweiten Kind haben wir dann von Bekannten die TrippTrapp Babyschale bekommen, und die ist echt Gold wert, weil das Baby sicher und auf der richtigen Höhe dabei ist. Ist natürlich für längere Zeit nicht gut für Babys Rücken, aber für die schnelle Mahlzeit sollte es reichen…
  2. Baby zusätzlich mit Grimassen und / oder Fingerspielen bespaßen: Schult zudem viele wichtige elterliche Kompetenzen, z.B. Hand-Mund-Augen-Koordination und Multitaskingfähigkeit. Außerdem kühlt so das Essen schon mal ab – und an kalte Mahlzeiten muss man sich im Leben mit Kindern ohnehin gewöhnen…
  3. Baby wahlweise stillen oder im Arm schaukeln, vorzugsweise auf einem Gymnastikball sitzend – trainiert neben den Fähigkeiten aus Schritt 2 zusätzlich noch die Schulter- und Beckenbodenmuskulatur. Das mittlerweile ziemlich kalte Essen ist hier von besonderem Vorteil, wenn man bei der ganzen Hopserei aus Versehen auf Babys Kopf kleckert *ist „einer Freundin“ passiert* 😉
 

Erwartungen anpassen

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass meine immer beim Essen aufwachenden und quengelnden Babys eine neue Stufe der Evolution darstellen. Denn so bereitet die Natur die jungen Eltern darauf vor, was sie im weiteren Verlauf der Kindesentwicklung erwartet: Wenig Zeit zur Zubereitung und Einnahme der Mahlzeiten, ständiges Multitasking und vor allem: kein heißes oder zumindest warmes Essen auf unbestimmte Zeit…

Flexibilität

Auch in punkto Flexibilität kann man sich schon mal aus das vorbereiten, was einem im weiteren Elterndasein noch blüht. Also ruhig mal bestehende Gewohnheiten und Konventionen hinterfragen:

  • Warum immer am Tisch essen? Auf dem Sofa oder der Krabbeldecke ist es doch eh viel gemütlicher…
  • Beim Essen eine (Erwachsenen-)Unterhaltung führen? Reden während des Essens ist doch eh nicht so gesund.
  • Warme Mahlzeit? Das Essen hat doch sowieso Körpertemperatur, wenn es im Verdauungssystem ankommt.
  • Rituale und Tischmanieren? Muss man ohnehin nochmal überdenken, sobald die Kinder anfangen, alleine zu essen…


Entspannt essen mit (Beikost-)baby

Mit Baby klappt es bei euch mittlerweile ganz gut mit den entspannten Mahlzeiten, und du bekommst einigermaßen die Kalorien wieder rein, die du beim Stillen und / oder Baby Herumtragen bzw. -schieben verbrennst? Dann bist du bereit für das nächste Schwierigkeitslevel: Die Beikostphase.

Natürlich kannst du auch hier wieder das Baby „outsourcen“, sprich, während der Elternmahlzeiten schlafen legen und zu anderen Zeiten füttern. Wird nur wahrscheinlich schwierig, weil dein Baby in dem Alter vermutlich weniger tagsüber schläft und du diese kostbaren Zeiten eventuell für andere Dinge nutzen möchtest. Außerdem soll das Kind ja auch irgendwann lernen, mit der Familie mitzuessen – warum also nicht an den gemeinsamen Mahlzeiten teilhaben lassen?

Damit das Ganze auch die Wohnung und die elterlichen Nerven halbwegs unbeschadet überstehen, hier wieder einige Tipps:

Dem Baby auch was geben

Das hat auf den ersten Blick viele Vorteile, denn dein Kind:

  • ist beschäftigt.
  • nimmt idealerweise noch ein paar Nährstoffe auf.
  • lernt etwas über den Geschmack und die Beschaffenheit verschiedener Lebensmittel
  • schult auch noch seine senso-motorischen Fähigkeiten.

Baby isst breiBesonders gut eignen sich für den Anfang Nahrungsmittel, die leicht zu greifen und zu halten sind, z.B. Nudeln, zu Sticks geschnittene Gurken oder gedünstete Möhren. Für weniger Handliches wie z.B. Obst gibt es auch sogenannte Fruchtsauger, in die man ganze Früchte hineintun kann und das Baby saugt die dann aus. Einige schwören darauf, auch weil die Verschluckgefahr dadurch geringer ist. Ich habe damit noch keine Erfahrungen, habe aber gerade einen von meiner Schwägerin geliehen bekommen. Den werde ich mit dem Babysohn auspropieren, wenn er soweit ist - und dann natürlich gerne berichten 😉.

Zeit zum Abkühlen einplanen

Damit meine ich natürlich nicht dein eigenes Essen – das kühlt schon von selber ab, während du damit beschäftigt bist, die Sauerei, die dein Baby höchstwahrscheinlich veranstaltet, in Grenzen zu halten. Nein, ich meine natürlich das Babyessen. Denn für Koch-Dummies wie mich ist es schon so schwierig, die verschiedenen Komponenten einer Mahlzeit gleichzeitig fertig zu bekommen. Mit Ablenkung durchs Baby, Stilldemenz, Schlafmangel und noch Abkühlzeit fürs Babyessen Einplanen eine echte Herausforderung…

Umfeld beikostsicher machen
Das Kind begreift die Lebensmittel mit allen Sinnen, schult seinen Geschmackssinn und seine senso-motorischen Fähigkeiten – was in Erziehungsratgebern so toll klingt ist in der Realität oft ein riesengroßes Gematsche. Und der Gedanke an das Putzen bzw. Renovieren der Wohnung hinterher kann einem schon so ein kleines bisschen den Appetit verderben… Also besser vorsorgen: 


  • Den Babyhochstuhl nicht zu nahe an Wänden, Fenstern, Schränken oder Vorhängen platzieren.
  • Ich habe schon von Eltern gehört, die den Boden vor den ersten Essversuchen mit Zeitungspapier ausgelegt haben… Da wir keine Zeitung abonnieren, halte ich es lieber mit Fegen (geht natürlich nur bei trockenen / bereits eingetrockneten Nahrungsmitteln 😉) oder Wischen. Auf Teppich oder Parkett ist eine Bodenschutzmatte  praktisch.
  • Spucktücher bereit halten: Spucktücher kann man ja ohnehin nie genug haben, und hier erleben sie (nach der Milchspuckphase) nochmal ein großes Comeback. Natürlich nicht ständig das Kind abwischen, um 1. die senso-motorische Erfahrung nicht zu zerstören, 2. dem Kind seinen Spaß zu lassen und 3. selbst auch endlich mal zum Essen zu kommen. Profitipp: Zusätzlich noch einen angefeuchteten Lappen bereit halten…
  • Wenn man doch mal (wieder) zu langsam war, lassen sich die meisten Flecken ganz gut mit Gallseife entfernen. Am besten ist natürlich sofort behandeln oder zumindest einweichen. Obstflecken gehen auch gut raus, wenn man sie in Mineralwasser einweicht – und die allseits beliebten weil besonders hartnäckigen Karottenflecken lässt man ab besten in der Sonne ausbleichen.
  • Wer nicht ständig waschen will, kann die Kleidung kann man durch Lätzchen schützen.
    Besonders praktisch sind die sogenannten Ärmellätzchen. Die gibt es zum Abwischen und sogar mit Auffangbehälter… Meine Tochter mochte die allerdings nie, und aus Umweltgründen bevorzuge ich ohnehin die aus Baumwolle (z.B. von dm). Man kann natürlich auch einfach alte / gut waschbare Kleidungsstücke nehmen, oder ein Spucktuch umbinden bzw. auflegen – das gilt übrigens auch für die fütternde bzw. begleitende Person 😉.

Baby isst Brokoli 

Fazit

Entspannt essen mit Baby? Eine echte Herausforderung für junge Eltern. Aber das ist bestimmt von der Natur so eingerichtet. Denn so haben die Eltern die einmalige Gelegenheit, wichtige Fähigkeiten für das weitere Leben mit Kindern zu trainieren:


  • Schnelles Zubereiten von Mahlzeiten, natürlich zum richtigen Moment in der richtigen Temperatur
  • Multitasking und Flexibilität
  • routinierte Waschen bzw. Fleckenentfernung
  • und natürlich eine ordentliche Portion Geduld und Gelassenheit 😊


Wie man mit Kindern im Kleinkindalter zum entspannten Essen kommt und dabei sogar noch die Grundlage für einige Tischmanieren legt, erfahrt ihr im zweiten Teil: „Entspannte Familienmahlzeiten?! Survival-Guide für entspanntes Essen und das Einführen von Tischmanieren mit Kleinkindern".


Wie handhabt ihr das mit dem (entspannten) Essen in der Babyzeit? Habt ihr weitere Tipps und Hacks, um die Familienmahlzeiten entspannt(er) zu gestalten? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!



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