Samstag, 13. Mai 2017

Reisen während der Elternzeit - Entspannter Familienurlaub mit Babys und Kleinkindern?!

In 4 Schritten zum entspannten Familienurlaub mit kleinen Kindern
Die Elternzeit bietet die Möglichkeit, relativ lange zu verreisen, da man nicht an feste Urlaubszeiten gebunden ist und für kleine Kinder für Transport und Unterkunft noch vergleichsweise günstig sind. Aus rechtlicher Sicht ist es kein Problem, Elternzeit und -geld zum Reisen zu verwenden, solange man während der Elternzeit einen Wohnsitz in Deutschland hat und auch die sonstigen Voraussetzungen erfüllt. Auch wenn die Kinder sich später kaum daran erinnern werden, bieten Reisen während der Elternzeit die Möglichkeit, fernab des Alltags ganz besondere Momente mit seinen Kindern zu erleben - wenn man es im Alltagstress mit kleinem Kind bzw. kleinen Kindern hinbekommt, passende Reiseziele, Transportmittel und Unterkünfte zu wählen bzw. zu buchen,  im Kofferpackchaos den Überblick und bei der Anreise die Nerven zu behalten und überhaupt das Projekt Reisen während der Elternzeit ganz entspannt zu sehen... Wie man das am besten hinbekommt? Dafür habe ich in diesem Artikel einige Tipps und Erfahrungen zusammengestellt zu den 4 Schritten zum entspannten Reisen während der Elternzeit:
  1. Reiseziel, Transportmittel und Unterkunft auswählen
  2. Planen und Packen
  3. Die Anreise überleben antreten
  4. Den Urlaub genießen


1. Reiseziel, Transportmittel und Unterkunft auswählen

Je nach Voraussetzungen und Vorlieben können Eltern ihre Reisen während der Elternzeit ganz unterschiedlich gestalten. Ob Fernreise oder Center Park, Strandurlaub oder Citytrip, die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die folgenden Fragen könnten bei der Auswahl des Reiseziels helfen:

    Mögliche Reiseziele und Reisearten für Reisen während der Elternzeit
  • Zielsetzung: Was möchte ich mich der Reise erreichen? Will ich mich entspannen? Oder etwas Aufregendes erleben? Mich weiterbilden? An mein Leben vor den Kindern anknüpfen? Oder von allem ein bisschen?
  • Voraussetzungen: Wie sicher bin ich im Umgang mit meinem Kind / meinen Kindern? Wie reagieren die Familienmitglieder auf neue Situationen? Gibt es gesundheitliche Einschränkungen, die wir berücksichtigen müssen?
  • Zeitrahmen: Wie viel Zeit haben wir zur Verfügung? Wollen wir lieber möglichst lange am Stück verreisen oder unsere Elternzeit auf mehrere Reisen aufteilen? Welchen Anteil unserer Reisezeit wollen wir mit dem Transport verbringen?
  • Kosten: Wie hoch ist unser Reisebudget? Wie viel sind uns bestimmte Komponenten unserer Reise wert? An welchen Stellen können / müssen wir ggf. Kompromisse eingehen, um Kosten zu sparen?

 

2. Planen & Packen

Ob mit oder ohne Kindern, das ist definitiv der Aspekt jeder Reise, der mir am wenigsten Spaß macht. Dennoch kann eine gute Planung und Vorbereitung einiges an Zeit, Stress und Kosten sparen. Zunächst gehören zur Vorbereitung die Basics:

Vorbereitungen für entspanntes Reisen während der Elternzeit
  • Transportmittel und Unterkünfte buchen,
  • ggf. Kinderreisepass beantragen und auch den Status der Elternpässe bzw. -Ausweise überprüfen,
  • ggf. Auslandskrankenversicherung abschließen oder überprüfen, ob in der bestehenden Versicherung auch die Kinder eingeschlossen sind,
  • ggf. Visa / internationalen Führerschein beantragen,
  • ggf. Impfstatus überprüfen.

Sind diese eher langfristigen Planungsschritte geschafft, geht kurz vor der Reise das große Packen los. Bereits ohne Kinder war ich immer erstaunt, wie viel wir so mitschleppen - jetzt mit zwei Kindern ist das milde Erstaunen dem blanken Entsetzen gewichen... Egal, mit welchem Transportmittel man unterwegs ist, es ist immer sinnvoll, das Gepäck gering zu halten - für uns immer eine gute Gelegenheit, uns auf das Wesentliche zu besinnen. Andererseits können und möchten wir aber aus Umwelt- und Kostengründen und je nach Urlaubsort auch nicht allzu viel vor Ort neu anschaffen. Deshalb lohnen sich ein paar Vorüberlegungen zur Packliste:

Kleidung

Immer wieder erstaulich, wie viel Platz die doch eigentlich ziemlich kleinen Kinderkleidungsstücke dann insgesamt im Koffer einnehmen... Ich nehme immer viel zu viel mit, weil ich für verschiedene Temperatur - und Wetterverhältnisse gerüstet sein möchte - und schließlich wird mit Kindern ja auch immer mal ständig etwas dreckig. Um dennoch etwas Gepäck zu reduzieren, empfiehlt sich ein Waschmittel für unterwegs, um zumindest kleinere Flecken schnell auswaschen zu können. Zudem ist es günstig, gut kombinierbare Teile mitzunehmen, die man ggf. übereinander anziehen kann. So ist man für verschiedene Anlässe, Temperatur- und Wetterverhältnisse gerüstet.

Hygieneartikel und Reiseapotheke  

Kinder- und Erwachsenenzahncreme, Globulis für diverse Wehwehchen, Sonnencremes und sonstige für sämtliche Familienmitglieder, dann natürlich Windeln und diverse Wickelutensilien... Dieser Bereich des Reisegepäcks ist auf jeden Fall extrem gewachsen, seit wir Kinder haben. Das Reduzieren fällt mir hier besonders schwer, obwohl wir bisher immer in Ländern / Gegenden waren, in denen man vieles ohne größere Probleme hätte nachkaufen können. Dennoch habe ich meine bewährten Produkte einfach gerne dabei und bei Bedarf schnell griffbereit. Eine Möglichkeit, um dennoch etwas Gepäck zu reduzieren, ist der Kauf bzw. das Abfüllen von Reiseportionen und die gemeinsame Nutzung bestimmter Produkte - warum nicht auch die anderen Familienmitglieder mit der Babysonnencreme eincremen und mit dem milden Babyshampoo waschen? Und auch ein buntes Kinderpflaster wird uns Erwachsenen sicher nicht schaden ;-).

Spielsachen

Als wir letztens unserer Tochter (2 3/4) ankündigten, dass wir bald in Urlaub fahren, fing sie sofort begeistert an, sämtliche ihrer Spielsachen in ihren kleinen Rucksack zu stopfen, bis dieser kaum noch zu ging, darunter natürlich auch diverse Kleinteile und schön schweres Holzspielzeug... So viel also zur Einbeziehung des Kindes bei der Auswahl ;-)
Einige vertraute Spielsachen und Kuscheltiere nehmen wir natürlich immer mit, um Sicherheit in ungewohnten Umgebungen und Situationen zu schaffen. Aber den gesamten Spielzeugbestand wollen wir dann doch nicht mitschleppen - zumal ja wenige, vielseitig bespielbare Gegenstände die Kreativität anregen sollen. Am besten wählt man solche Stücke, die nicht zu groß / schwer sind und mit denen das Kind auch im Alltag gerne spielt. Bei uns sind das z.B.

3. Unterwegs

Transportmittel für Reisen während der Elternzeit
Je kleiner die Kinder sind, desto langsamer sollte man es angehen lassen. Also länger an einem Ort bleiben und längere Fahrten bzw. Flüge möglichst in mehrere Etappen aufteilen. Besonders günstig ist es natürlich, wenn man Fahrten auf die kindlichen Schlafphasen abstimmen kann. Bei längeren Strecken und älteren (=kürzer schlafenden) Kindern ist das nicht immer möglich. Außerdem besteht gerade bei besonders spannenden Transportmitteln wie Eisenbahn, Schiff oder Flugzeug die Gefahr, dass die Kinder vor Aufregung nicht schlafen können, obwohl sie eigentlich müde sind... schlechte Laune vorprogrammiert.
In jedem Fall sorgt man also am besten mit geeigneten Beschäftigungen vor: Leckere und nicht zu sehr krümelnde / schmierende Snacks sind immer gut (auch Taschentücher / Feuchttücher zum Saubermachen griffbereit haben!), handliche Spielsachen (s.o.) können auch nicht schaden. In Bahn und Flugzeug mag unsere Tochter auch gerne einfach etwas herumlaufen - meistens finden sich ja doch selbst in Deutschland ein paar nette Zeitgenossen, die ein bisschen mit ihr herumalbern. Deshalb nehmen wir auch immer lieber einen Platz am Gang als am Fenster, wenn nicht beides möglich ist. Und im Notfall darf sie Videos von sich auf dem Smartphone anschauen, aber da muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie man mit der Mediennutzung handhaben möchte.
Was mich persönlich in öffentlichen Transportmitteln übrigens mit Abstand am meisten stresst, sind nicht meine Kinder, sondern die Angst, anderen Reisenden auf die Nerven zu fallen oder irgendwie anzuecken... Was natürlich nicht nur total sinnlos ist, sondern auch zur selbst erfüllenden Prophezeiung werden kann. Denn wenn ich bei jedem Mucks und Pups meines Kindes innerlich (oder äußerlich) zusammen zucke, wird sicherlich auch mein Kind immer unentspannter. Da muss also ich an mir arbeiten und die Gesellschaft kinderfreundlicher werden... mal sehen, welches Ziel früher erreicht ist;-)

4. Am Ziel

Am Ziel angekommen, geht für die meisten Reisenden der Urlaub so richtig los - und oft lauern gerade bei Reisen mit Babys und Kleinkindern schon die ersten Enttäuschungen. Zu kleines / lautes Hotelzimmer, nicht kindersichere Einrichtung, der gewohnte Babybrei ist nicht zu bekommen... Kinder (und auch viele Erwachsene ;-)) sind kleine Gewohnheitstiere. Wie kann man mit solchen Widrigkeiten umgehen und den ersehnten Traumurlaub erleben?
Improvisieren
Natürlich ist im Urlaub nicht alles wie zu Hause - das ist ja auch gerade der Sinn des Ganzen. Da heißt es oft: Improvisieren und entspannt bleiben. Von wem sollen die kleinen Gewohnheitstiere das schließlich lernen, wenn nicht von den Großen ;-)?
Das ist in der Praxis natürlich nicht immer so einfach. Denn einerseits will man sich den örtlichen Gegenseiten anzupassen. Andererseits tut es den meisten Kindern (und auch vielen Erwachsenen ;-)) gut, einen gewissen Tagesrhythmus mit Mahlzeiten und Schlafenszeiten einzuhalten.

Dokumentieren

Geht es euch auch so, dass ihr immer denkt, dass ihr in einer bestimmten Situation ganz viel Fotos gemacht habt - und wenn ihr dann später die Fotos anschaut, sind es eigentlich nur sehr wenige (Gute)? Das "richtige" Maß ist hier schwer zu finden. Denn einerseits möchte man die schönen Momente ja live genießen und nicht nur durch eine Kamera erleben. Andererseits geht es zumindest mir oft so, dass ich durch das Fotografieren auch einen aufmerksameren Blick für schöne Momente entwickle.
Außerdem sind die Fotos natürlich auch lange danach noch ein schöner Anlass, sich an die Reise zu erinnern. Darüber hinaus oder stattdessen sind auch ein Reisetagebuch und / oder das Mitnehmen von Erinnerungsstücken (Prospekte, Eintrittskarten, etc., und gerade Kinder lieben ja oft auch das Sammeln von besonderen Steinen, Muscheln, Pflanzen, etc.) schöne Möglichkeiten, um die Reise noch lange in Erinnerung zu behalten.

Genießen

Entspannt reisen mit Kindern - So gelingt der Familienurlaub
Auch dieser Punkt ist oft leichter gesagt als getan. Denn abgesehen von Widrigkeiten am Urlaubsziel hat ja noch die Bedürfnisse aller Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen. Ich muss da definitiv noch an mir arbeiten. Dafür finde ich es ganz hilfreich, mir immer mal wieder vor Augen zu führen, dass...
  • ... das wichtigste Ziel nicht ist, möglichst große Strecken zurückzulegen oder viele Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern Zeit mit meinen Kindern zu verbringen,
  • ... das Reisen mit Kindern nunmal nicht mit dem ohne Kinder zu vergleichen ist - mit anderen Herausforderungen, aber eben auch wunderschönen, einzigartigen Momenten,
  • ... es eine einmalige Gelegenheit ist, so viel Zeit einfach nur mit der Familie und fern des Alltagsgeschehens verbringen zu dürfen.

So, und nun bin ich gespannt auf unsere nächste Reise! Morgen geht es los nach Sardinien. Unser erster "Urlaub" mit zwei Kindern - wie es gelaufen ist, könnt ihr in meinem Artikel zu unserer Familienurlaub auf Sardinien mit Baby und Kleinkind nachlesen.

Wie ist das bei euch? Wo fahrt ihr gerne hin, und wie laufen Planung, Anreise und Vorbereitungen ab? Habt ihr weitere Tipps für das entspannte Reisen mit Babys und Kleinkindern? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!
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Kommentare:

  1. Vielen Dank für den Blogartikel. Als Papa von zwei Töchtern habe ich an der ein oder anderen Stelle auch schmunzeln müssen. Bei Reisen im Zug sehe ich es mittlerweile etwas relaxter. Wenn die Kinder laut lachen, dann lachen sie laut. Das ist mir relativ egal. Ich setze nur dann Grenzen, wenn es mich selbst nervt. Wer kennt das nicht: z. B. immer wieder sich wiederholende Liedstellen :)

    Für die Auslandskrankenversicherung haben wir uns für die von travelsecure entschieden: https://www.travelsecure.de/produkte/auslandskrankenversicherung.html und Gott-Sei-Dank ist nichts passiert.

    Für unterwegs im Auto haben wir so zwei Jako-o Kinder Knietabletts gekauft und hier malen und kratzen (Kratzbilder).

    Beim Videokonsum wäre ich allerdings vorsichtig. Hier habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, da unseren Kindern übel wurde, wenn Sie am Tablet einen kleinen Film schauten, da dann wohl das Gehirn den Fixpunkt am Tablet und die Eindrücke des Gleichgewichtssinns etwas durcheinander bringt.

    Viele Grüße aus Rittershausen

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    1. Lieber Max,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die hilfreichen Tipps. Vor allem das mit den Tablets werde ich mir merken: Bisher mussten wir diesen Notfallplan noch nicht anwenden. Aber da unsere Tochter im Auto schon häufig gespuckt hat, wenn sie gegen die Fahrtrichtung saß, und ich selbst auch unter Reisübelkeit leide, werde ich da vorsichtig sein. Gerade in Flugzeug, Bahn oder Mietwagen muss man da ja kein Risiko eingehen ;-)

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